Grüßt euch. Oh, da hab ich einen Offtopic-Thread ausgelöst? Auf jeden Fall sehr interessant bisher, was ihr geschrieben habt.
Also beim Thema Horror bin ich immer sehr vorsichtig, wenn ich da Medien diesbezüglich konsumiere. Da gibt es so viel billigen und klischeehaften, uninspirierten Quatsch, wo man sich im Nachhinein immer ärgert, deswegen seine Zeit verschwendet zu haben. Horrorfilme mit Exorzisten, Puppen oder Kindern kann ich nicht ertragen, absolut lahm. Problem ist aber, dass gefühlt jeder dritte Film so aufgebaut ist. In meinen Augen gibt es echt nur sehr wenige richtig gute Filme, die ich gut finde und die es auch wert sind zu gucken. Ein paar hatte ich ja schon im LoneLy-Thread aufgezählt. Insgesamt bin ich aber auch recht abgestumpft und mich trifft Horror oder Grusel kaum bis gar nicht.
Ich bin der wahrscheinlich einzige Mensch der Welt, der die oft als Referenz genannten Filme Alien und Hellraiser schon als Jugendlicher (ohne jegliche Abstumpfung durch eventuellen Massenkonsum, den gab es bei mir nie) vollkommen langweilig fand. Ich empfand sie nicht mal als spannend, geschweige denn als unheimlich. Das gilt für praktisch jeden Horrorfilm, an dem ich irgendwann man versuchte, mich zu gruseln. Im Fall von Silent Hill ist nur hängen geblieben, dass Pyramid Head sexy ist und der Skorpionmann lustig und ich so einen auch gern im Keller rumkriechen hätte.
Vllt war mein Post davor etwas missverständlich bzw nicht so ausführlich formuliert ^^' Also Alien oder Hellraiser feier ich jetzt auch nicht wegen gutem Horror, sondern es ging nur um den reinen Bodyhorror an sich und dass er in diesen Franchises sehr individuell und kreativ-eklig umgesetzt wurde. Ich kann mich erinnern, ich hab damals als 11-jähriger Knirps heimlich die Alien-Filme auf VHS geguckt und hatte mich kaum bis gar nicht gegruselt. Es war eher eine Faszination von der Idee und Umsetzung des Alien-Universums und die Features des Aliens fand ich auch damals irwie cool (Säureblut, ausfahrbares zweites Gebiss etc.)
Und ja, die späteren Alien-Teile sind mMn auch recht lahm und stellenweise ultra seltsam geworden. Habe erst kürzlich gelesen, dass nächsten August ein neuer Teil von dem Evil Dead Remake- und Don't Breathe-Macher kommen soll. Da bin ich wirklich gespannt drauf. Was? Du findest Pyramid Head sexy? Wie das denn? xDD Da würde ich ja eher zu den Nurses tendieren
Der Skorpionmann sagt mir jetzt gar nix. Meinst du den mit den Krallen, der in Homecoming im überfluteten Keller rumkroch?
Erst sehr spät habe ich anhand von Büchern und Games erfahren, dass ich mich tatsächlich auch auf höchst angenehme Weise gruseln kann. Wie gesagt, ich bin nicht abgestumpft, sondern konsumiere sehr selten (auch Games) und sehr dosiert, daran liegt es definitiv nicht.
Ich muss gestehen, der Zugang zu Büchern erschließt sich mir irgendwie nicht. Ich habe früher auch versucht, gewisse Bücher zu lesen, aber ich kann da leider nicht so eintauchen oder meine Konzentration so lange aufrechterhalten, wie es die meisten können. Deswegen denk ich mir da auch, dass ich wahrscheinlich sehr viel verpasse, weil ja auch viele meinen, dass man durch Bücher mehr zurückbekommt, als wenn man jetzt einen Film gucken würde. Auf jeden Fall cool, dass du durch Bücher diesen Effekt erzielen konntest. Was die Abstumpfung betrifft, würde ich das auch von mir behaupten, aber ich habe seit kurzem erkannt, dass mich einige Horrorfilme doch wieder recht stressen und aufwühlen. Liegt das am Alter? Kein Plan xD
Zum Thema Horrorspiele, hab ich aktuell mal ein LP von einem Spiel namens Song of Horror angefangen und man ist sofort mitgerissen. Da stimmt halt auch einfach alles. Man hat geile gruselige Locations, man ist der Entität in allen Bereichen unterlegen und Schocker und Erscheinungen tauchen unterschiedlich und random auf, je nachdem wie man das Spiel zockt. Man ist ständig angespannt, weil das Spiel so unfassbar gut mit den Erwartungen des Spielers bzw Zuschauers spielt und wenn man eine Konfrontation mit einem Geist usw verkackt ist man halt permatot. Also seit langem hab ich kein so gutes Horrorspiel geguckt. Spielen würde ich es evtl selbst irgendwann mal, wenn ich Zeit dafür hab. Ach ja, und die Story ist halt auch mega interessant und spannend erzählt.
Neulich habe ich zum Beispiel SCORN gespielt und war schwer entzückt. Seither grüble ich darüber, wie viele Protagonisten ich eigentlich gespielt habe und ob mein Widersacher es am rätselhaften Ende vielleicht gut mit mir meinte. Das Unverständnis, was viele während des Spielens empfanden, empfand ich nicht. Für mich war das Setting und die Frage nach dem "Warum" des Ganzen stets sonnenklar. Environmental Storytelling at it's best.
SCORN hab ich damals auch verfolgt, aber gespielt hab ich es bisher noch nicht. Die Welt und das ganze Design basiert ja auch auf der Kunst des Schöpfers des Xenomorphen aus Alien. Fand das interessant vom Look her und würde mir da scheinbar auch mal ein LP von angucken. Das Spiel spaltet ja viele - die einen feiern es, die anderen können damit nix anfangen. Bin ebenfalls ein Freund des Environmental Storytellings.
Was mich allerdings an Medien sehr abgeholt hat war Hellblade: Senuas Sacrifice und Hannibal, sowohl die Filme als auch die Bücher als auch die erste Staffel der neuen Serie (Hannibal finde ich aber eher schwerer ins Horror Genre einzuordnen)
Hellblade hab ich auch selber gespielt, aber leider konnte es mich auf der Ebene eines Videospiels nicht richtig abholen. Das Gameplay war zu rudimentär und wiederholte sich oft. Klar, mir war bewusst, dass die Stärken des Spiels in seiner Story, der Präsentation und dem Thema lagen, womit es sich befasste, aber mich als reinen Spieler hatte es gestört und auch im Nachhinein geärgert, es nicht lieber als LP gesehen zu haben. Was ich jedoch sehr loben kann, ist der Sound und die Einarbeitung der Musik in die Themen Shizophrenie, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen usw. Das fand ich wirklich gut gemacht und auch die Synchro war top. Ich glaube nur, als Film oder als Serie hätte Hellblade mMn besser funktionert. Ich bin dennoch mal auf den zweiten Teil gespannt 
Hannibal kenn ich nur aus Schweigen der Lämmer, hab auch gehört, dass die Serie mit Mads Mikkelsen sehr gut sein soll. Wenn ihr das empfehlt, dann pack ich das mal auch auf die Liste 
Was ich als gruselig empfinde (generell, aber auch in Filmen und Spielen):
- eine unbekannte Bedrohung, der man nix entgegensetzen kann
- Menschen, die ihre Menschlichkeit verloren haben und groteske, diabolische und unberechnebare Züge annehmen. Nicht in Form von Besessenheit, sondern eher, wenn jemand aus Lust mordet/vergewaltigt und das auf bestialische Art und Weise
- Tiefes, dunkles Wasser
- alte, verlassene Gebäude, wo noch das gesamte Leben einer oder mehrerer Personen wie eine Zeitkapsel intakt ist. Man fragt sich, was wohl der Grund war, dass man sein Zuhause von jetzt auf gleich verlassen musste und all sein Hab und Gut zurück ließ. Auch dass Menschen dort einsam und verlassen gestorben sind. Niemand wusste von ihnen. Gruseliger Gedanke irgendwie.
Was funktioniert für mich:
- tiefe, ernsthafte Auseinandersetzung mit der Psyche (Psychological Horror)
- ruhige, melancholische Atmosphäre (Meditatives Versinken in der fremden Welt)
- interessantes Setting, das zum Erkunden einlädt (Environmental Storytelling)
- gruselige Details, die ich mir in aller Ruhe und ohne Zeitdruck ausführlich anschauen kann (Immersion)
- Action und Schockmomente nur sehr dosiert oder gar nicht vorhanden, denn sie reißen mich aus der meditativen Versunkenheit
- Interessante Geschichte, die ich ergründen will
- sympathischer Protagonist, schließlich muss ich ihn verkörpern
- interessante Monster mit metaphorischer Bedeutung oder tragischer Hintergrundgeschichte. Der Punkt "Monsterdesign" ist imo nicht zu unterschätzen.
- "Eklige" Monsterromanzen, da tragisch und nachdenklich stimmend
Was funktioniert für mich nicht:
- Klischeehafte Auseinandersetzung mit der Psyche (Halluzinationen = in Wahrheit übersinnliche Wahrnehmung etc.)
- Wenn man nie das Monster zu sehen bekommt, sondern nur Teile davon
- wackelige Kamera und hektische Schnitte, so dass ich keine Details sehen kann
- Menschen, die so unsympathisch sind, dass ich ihr Ableben herbeisehne
- Monster, die für mich uninteressant sind
- zu wenige Monster, zu selten vorkommend, genereller Monstermangel
- schnöde Menschenromanzen, welche die angenehme Gruselstimmung verderben
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Unterschreib ich so und geh ich ebenfalls damit mit.